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Gemeinderat verabschiedet Gesamtverkehrs-Konzept Kriens

Der Gemeinderat hat das Gesamtverkehrskonzept Kriens verabschiedet. Dieses skizziert für die nächsten 15 Jahre – auch abgestimmt auf das Wachstum der Gemeinde – rund 70 Massnahmen für Autofahrende, öV-Fahrgäste, Velofahrende sowie Fussgängerinnen und Fussgänger. In einer breiten Vernehmlassung wurde das Gesamtverkehrskonzept von den Anspruchsgruppen und der Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen. Im November wird es im Einwohnerrat behandelt.

Damit der Verkehr auch in Zukunft fliesst und in den Quartieren eine hohe Lebensqualität besteht, hat die Gemeinde Kriens auf Anregung des Einwohnerrats ein Gesamtverkehrskonzept erarbeitet. Mit diesem Konzept soll die Situation für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert werden – es profitieren Autofahrende, öV-Fährgäste, Velofahrende sowie Fussgängerinnen und Fussgänger. «Für Kriens bildet das Gesamtverkehrskonzept den Leitfaden für die zukünftige Mobilität, welcher nun schrittweise mit zahlreichen Massnahmen umgesetzt wird», fasst es Bauvorsteher Matthias Senn zusammen. Es zeigt, wie die Gemeinde in den nächsten 15 Jahren ihre Mobilität weiterentwickelt.

Vernehmlassung zeigt positives Bild

Nachdem im April 2018 der Gemeinderat den Entwurf des Gesamtverkehrskonzepts präsentiert hat, startete die öffentliche Mitwirkung. Neben einem Workshop mit rund 100 Personen, fand vom 22. Mai bis am 30. Juni 2018 eine schriftliche Vernehmlassung statt. Es gingen 51 Stellungnahmen mit total 370 Anträgen von Behörden, Parteien, Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen ein. «Das Gesamtverkehrskonzept wurde insgesamt überwiegend positiv aufgenommen», sagt Gemeindepräsident Cyrill Wiget. Speziell hervorgehoben wird die Tatsache, dass mit dem Gesamtverkehrskonzept das Thema Verkehr ganzheitlich und verkehrsmittelübergreifend angegangen wird. Die Vernehmlassungsteilnehmenden begrüssen mehrheitlich, dass für einen flüssigen Verkehr jene Verkehrsmittel gestärkt werden, die wenig Strassenraum beanspruchen. Auch auf positives Echo stiess die geplante Aufwertung des Strassenraums im Zentrum mittels flächigen Querungsmöglichkeiten, Mehrzweckstreifen und einer Reduktion der Ampelanlagen. Damit soll Kriens ein lebendiges, gewerbefreundliches Zentrum erhalten.

Für Diskussion in der Vernehmlassung sorgte vor allem die Ausgestaltung der Horwerstrasse und Schachen-/Amlehnstrasse sowie die Umsetzung einzelner Tempo-30-Zonen. Mehrheitsfähige Rückmeldungen aus Workshop und Vernehmlassung wurden in die vorliegende, finale Fassung des Gesamtverkehrskonzeptes eingearbeitet.

 Sie wird am 8. November im Einwohnerrat behandelt. Danach startet die schrittweise Umsetzung der Massnahmen. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass auch die Umsetzungsprojekte unter breiter Partizipation erarbeitet werden, so dass konsensfähige Lösungen möglichst vor der öffentlichen Auflage vorliegen. Die Massnahmen werden anschliessend im ordentlichen Bewilligungsverfahren genehmigt.

Siedlungsentwicklung als Treiber

Die Gemeinde Kriens wächst – ob rund um den Bahnhof Mattenhof (LuzernSüd) oder im bestehenden Zentrum. Gleichzeitig verändert sich auch das Mobilitätsverhalten der Menschen. Sie sind nach neuesten Statistiken immer öfter und auf immer längeren Distanzen unterwegs. Zudem wird auch vermehrt nicht nur ein einziges Verkehrsmittel, sondern für jeden Zweck und für jede Strecke das passende genutzt. Und das auch in Kombination, weil die heutigen Verkehrsmittel für die Menschen dank digitalen Hilfsmitteln einfacher zu nutzen sind. Mit dem vorliegenden Gesamtverkehrskonzept geht die Gemeinde auf diese Entwicklung ein. Das Konzept ist ausserdem eigebettet in übergeordnete Strategien wie das Agglomerationsprogramm Luzern oder vergleichbare Konzepte in Nachbargemeinden (Stadt Luzern oder Luzern Ost).

Die vier Kernanliegen des Gesamtverkehrskonzepts

Das Gesamtverkehrskonzept beinhaltet rund 70 Massnahmen für alle Verkehrsteilnehmenden, aufgeteilt nach vier Kernanliegen.

Verkehr besser organisieren: Um den mitunter auch aufgrund des Wachstums erwarteten Mehrverkehr auf der Strasse bewältigen zu können, soll das Mobilitätsverhalten verändert werden. Ziel ist es, dass die Wahl des Verkehrsmittels in Zukunft bewusst erfolgt. Zu diesem Zweck soll der Stellenwert des öV sowie des Fuss- und Veloverkehrs in Kriens erhöht werden. Dies aber nicht zu Lasten des Autoverkehrs, dessen Stellenwert erhalten bleiben soll. Dieser Ansatz geht von der Erkenntnis aus, dass die Menschen insgesamt schneller vorwärtskommen, wenn sie für einen Weg das jeweils passende Verkehrsmittel auswählen und damit zu einem insgesamt flüssigen Gesamtverkehrssystem beitragen können. Zur verbesserten Organisation des Verkehrs sollen unter anderem Mobilitätskonzepte für Areale oder Mobiltätsmanagement in Unternehmen und in der Gemeindeverwaltung sorgen.

Verkehr auf Hauptrouten effizient und attraktiv abwickeln: Dank Verkehrsmanagement, beispielsweise mit vernetzten Lichtsignalanlagen auf der Obernauer und Luzernerstrasse, sind sowohl der öV als auch der Autoverkehr auf den Hauptrouten zuverlässiger unterwegs. Zudem profitiert der Veloverkehr von neuen Velo-Schnellrouten, so zum Beispiel zwischen dem Zentrum Kriens und Luzern Süd. Weiter soll die Horwerstrasse für zur Verbesserung der Sicherheit und des Veloangebots umgestaltet werden. Auch für Fussgänger sind wichtige Verbindungen definiert, welche nun mit erhöhter Sorgfalt geplant werden. Unter anderem soll eine attraktive Promenade im Bereich Hohle Gasse und Kirchrainweg geschaffen werden.

Verkehr im Zentrum neu gestalten: Die Vision eines attraktiven, belebten, sicheren und kundenfreundlichen Zentrums ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtverkehrskonzepts. Die Voraussetzung dazu bildet die Bereinigung und Vereinfachung des Verkehrsregimes im Zentrum Kriens sowie mehr Platz für die Bevölkerung im öffentlichen Raum. Ein wichtiges Element dabei ist die Neugestaltung des Verkehrsregimes auf der Gallusstrasse, dem südlichen Abschnitt der Gemeindehausstrasse oder der Fenkernstrasse.

Verkehr im Quartier verträglich machen: Die in weiten Teilen eingeführte und breit akzeptierte Tempo-30-Regelung soll auf weitere Wohnquartiere ausgedehnt werde – so zum Beispiel im Obernau oder im Bereich Schattenberg. Weiter soll die öV-Erschliessung der Quartiere optimiert werden. Diese Massnahmen erhöhen die Lebensqualität in den Quartieren und verbessert die Sicherheit weiter.

Weitere Informationen: www.kriens.ch/gesamtverkehrskonzept

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