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Sonnenbergbahn: Für einen Oldie weiterhin schön rüstig

Die GV der Sonnenbergbahn fand im Zelt des Varété Broadway statt

Die historische Sonnenbergbahn ist weiterhin gut unterwegs. Die denkmalgeschützte Standseilbahn ins Naherholungsgebiet über Kriens zieht dank einem attraktiven Angebot weiterhin viele Fahrgäste an. Für die rund 120 Teilnehmenden an der Generalversammlung der Sonnenbergbahn AG war schnell ersichtlich: Die Bahn ist auch mit ihrem Sonderstatus als historische Bahn gut auf Kurs.

Die rund 80 Aktionärinnen und Aktionäre sowie weitere Gäste konnten an der 116. Generalversammlung der Bahn mit Freude Kenntnis nehmen von einem positiven Geschäftsverlauf. Die Passagierfrequenzen lagen trotz viel Wetter-Unbill im Jahr 2017 auf einem sehr hohen Stand. Mit 46‘600 Fahrgästen wurde das drittbeste Ergebnis der letzten 10 Jahre erzielt. Und auch das finanzielle Ergebnis war erfreulich, wurde doch ein Umsatz erwirtschaftet, der mit rund 174‘000 Franken so hoch wie noch nie lag. «Das gibt uns auch die Möglichkeit, anstehende Investitionen, die der Gesetzgeber von uns für die Sicherheit der Fahrgäste verlangt, aus eigener Kraft zu stemmen,» sagte Verwaltungsratspräsident Bruno Peter an der GV. Im Jahr 2019 ist eine grosse Fahrwerkszerlegung an beiden Fahrzeugen nötig, für die beide Kabinen von den Schienen gehoben und ins Werk transportiert werden müssen. Dank einem erneut guten Ergebnis im Betriebsjahr 2017 ist die Bahn auf gutem Weg, die dafür nötigen Mittel aus eigener Kraft zu erwirtschaften.

«Die Sonnenbergbahn und der Sonnenberg sind ein wichtiges Stück Kriens,» sagte Gemeindepräsident Cyrill Wiget in seinen Dankesworten. «Der Verwaltungsrat trägt diesem Lebens- und Erlebnisraum geschickt und mit Augenmass Sorge.»

Damit spielte der Gemeindepräsident auch darauf an, dass es immer wieder gelte, zwischen Erholung und Events einen Ausgleich zu finden. Dabei seien Veranstaltungen auf dem Sonnenberg für das Ergebnis der Bahn direkt und indirekt sehr wichtig, zeigte Verwaltungsratspräsident Bruno Peter in seinem Ausführungen. Rund 20 Prozent der Passagier-Frequenzen würden direkt über Veranstaltungen generiert. Dazu gehören eigene Anlässe, aber auch solche, bei denen Dritte den grossen Platz bei der Bergstation nutzten und bei denen Bahnfahrt, Aussicht und Bergerlebnis Teil der Veranstaltung seien. Dazu gehört auch die Positionnierung der Bahn, zu der auch das Kinderbuch und die neu lancierte Kinder-CD «De Sonnezwärg ond s blaue Bähnli» viel begitragen habe.  

Insgesamt war die Sonnenbergbahn im Jahr 2017 weitgehend problemlos unterwegs. Das sei, erfuhren die Aktionärinnen und Aktionäre, bei einer 116 Jahre alten Bahn, die noch weitgehend im Originalzustand erhalten sei, alles andere als selbstverständlich. Dies stelle der Betriebsleitung und den «Bähnlimanne» (die mehrheitlich pensionierten, nebenamtlichen Wagenführer) ein gutes Zeugnis aus.

Die Bahn habe einen Sonderstatus, den sie als historische Bahn zumindest vorerst auch erhalten werde. Der Verwaltungsrat habe sich 2017 nämlich intensiv damit befasst, was es heissen würde, wenn die Bahn dem Tarifverbund beitreten würde. Die Nutzung der Bahn mit Passepartout und Halbtax wäre aus Kundensicht zwar angenehm, würde für die Bahn aber ein zu grosses finanzielles Risiko bedeuten. Der Verwaltungsrat sah deshalb von einem Beitritt ab, weil für einen Ausgleich der Einnahmenausfälle die heutige Passagierzahl praktisch verdoppelt werden müsste. «Und das ist bei einer historischen Bahn in ein Naherholungsgebiet weit weg von der Realität,» erklärte Bruno Peter in seinem Jahresbericht.

Zum erfreulichen, festlichen Rahmen der Generalversammlung trug einmal mehr das Ensemble des Broadway Variété statt. Das «Verzehrtheater» gastiert in diesem Jahr zum voraussichtlich letzten Mal auf dem Sonnenberg. Das kreative Ensemble möchte den Betrieb verkaufen und sucht nach einer Nachfolgelösung. Bei der Kostprobe aus dem diesjährigen Abschieds-Programm «Le Resort» schöpften die Broadway-Künstler denn auch aus dem Vollen und zogen noch einmal alle Register der bunten Klamauk-Welt. Zusammen mit der überzeugen Leistung aus der Zirkusküche dürften zahlreiche GV-Teilnehmer denn auch mit dem festen Vorsatz nach Hause gegangen sein, das ganze Programm im Variété-Zelt mit der wohl schönsten Aussicht aller Zirkusplätze noch ganz zu besuchen. Möglich ist das noch bis 28. Juni bei der Bergstation der Sonnenbergbahn.

Jahresbericht Sonnenbergbahn

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