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Vernetzungsprojekt: Schwalben in der Krienser Luft

Schwalben spielen in unserem Lebensraum eine wichtige Rolle. Weil die Tiere insbesondere in den verdichtet bebauten Gebieten immer weniger Nistmöglichkeiten finden, gilt die Mehlschwalbe inzwischen als potentiell gefährdet. Im Rahmen des Vernetzungsprojektes soll deshalb auch in Kriens Gegensteuer gegeben werden.

Das faszinierende Bild, wenn die Schwalbenschwärme Mitte April vom «Sommercamp» im Süden zurückkehren, könnte bald schon Vergangenheit sein. Der Grund: Die Schwalben haben zunehmend Mühe, genügend Nistplätze und Nahrung zu finden. Sie beziehen ihre Nistplätze an Hausfassaden (Mehlschwalbe) oder in Scheunen (Rauchschwalbe), und benötigen in der Nähe Feuchtstellen, wo sie Lehm für den Bau ihrer Nester sammeln können, sowie Blumenwiesen, Hochstamm-Obstgärten, blumenreiche Kiesflächen und dergleichen, wo sie mit den dort «wirkenden» Insekten genügend Nahrung finden.

Doch die Zahl der Nistplätze für Schwalben nimmt immer mehr ab. Dies nicht nur wegen der fehlenden Dachvorsprünge. Vielenorts werden auch Nester entfernt, weil der aus vollbesetzten Nestern herabfallende Kot Fassaden und Boden verschmutzt. Dazu macht die immer intensivere Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Landes den Tieren zu schaffen.

Im Rahmen des Krienser Vernetzungsprojektes soll jetzt diesen bedrohten Tierarten geholfen werden. In einem ersten Schritt wurde die Zahl der hier brütenden Schwalben im vergangenen Jahr erfasst. Die Krienser Landwirte haben dafür die um ihre Höfe fliegenden Vögel im Jahr 2017 genau beobachtet und Buch geführt. Das Fazit: In 188 Nestern brüten in Kriens Schwalben. Ob die Zahl in Kriens steigend oder fallend ist, soll eine Wiederholung der Zählung in den kommenden Jahren zeigen. Auf jeden Fall aber soll deren Bestand gesichert und wieder vergrössert werden. Durch gezielte Informationsarbeit wird das Bewusstsein geschaffen für den Wert dieser Tiere. Und es wird gezeigt, wie den Schwalben wieder genügend Nistplätze zur Verfügung gestellt werden können.

Exemplarisch wurden in Kriens an verschiedenen Standorten künstliche Nester installiert. Deren Standort, aber auch deren Bauweise (mit einem Kotbrett) sind so ausgelegt, dass sie von den Schwalben «bewohnt» werden können, ohne dass die Haus- oder Hofbesitzer negative Auswirkungen in Kauf zu nehmen hätten.

«Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer» gilt als Sprichwort aber auch hier. Denn die Wirkung der Massnahmen wird erst dann gross genug, wenn auch in breiteren Teilen der Bevölkerung das Bewusstsein geschaffen werden kann für den biologischen Nutzen der Brüter. Im Herbst 2018 soll deshalb in Kriens der Verein «KriensNatur» gegründet werden. Dieser will sich unter anderem auch diesem Thema annehmen und mit Veranstaltungen, aber auch Beratungsangeboten dazu beitragen, dass die Sensibilität in der Bevölkerung für Naturthemen gefördert wird.

Naturbeobachtung vor Ort

An zwei Standorten in Kriens können in den Monaten Juni und Juli die Aktivitäten der Mehlschwalben rund um deren Nester beobachtet werden:

  • • Hof Amlehn (Sonnenberg, Höhe Gabeldingen Richtung Bergstrasse)
  • • Hof Längacher Obernau (oberhalb des Siedlungsgebietes rechts der Obernauerstrasse. Zugang via Schachenwald oder Obernauerstrasse, Abzweigung bei Bildstock)

An beiden Standorten wird mit Info-Tafeln auf den Standort der Nester an der Hausfassade hingewiesen, so dass Besuchende das Ein- und Ausfliegen der Schwalben beobachten können. Zudem ist am Samstag, 23. Juni, von 09.00 bis 11.00 Uhr und am Mittwoch, 27. Juni, von 14.00 bis 16.00 Uhr eine Fachperson vor Ort anwesend, die gerne Auskunft über die Schwalben gibt.