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Abschluss der Sanierungsarbeiten am Hangrutsch Hergiswald

Die Lawinenverbauungen im Hergiswald

Vor den Sommerferien wurden die Bauarbeiten zur Sicherung des Rutschhangs an der Hergiswaldstrasse abgeschlossen, der beim Unwetter im Juli 2014 entstanden war. Bund, Kanton und Gemeinde haben für die Sicherung der Verbindungsstrasse gemeinsam rund 2.9 Mio. Franken investiert. Für Kriens hatte das Grossprojekt zum Schutz einer Verbindungsstrasse gegen Naturgefahren eine aussergewöhnliche Dimension angenommen.

Es war ein unschöner Anblick, als im Juli 2014 ein Gewitterregen insbesondere in Kriens verheerende Verwüstungen angerichtet hatte. Neben vielen anderen Schäden sorgte die extrem hohe Wassermenge auch im Hochwald für ein ernsthaftes Problem: Ein Hang - kurz vor der Hergiswald-Kapelle - wurde so mit Wasser  gesättigt, dass er komplett instabil wurde. Am Gewittertag selber rutschten rund 800 Kubikmeter Erde, Steine und ausgerissene Bäume über den Hang und verschütteten die Hergiswaldstrasse. Die Analyse der Schadenstelle durch Spezialisten zeigte dann schnell, dass die Rutschung selber noch das kleinere Übel war. Denn am extrem steilen Berghang waren rund 10'000 Kubikmeter Erdmasse  «in Bewegung». Diese wurden in der Folge unter extrem anspruchsvollen Bedingungen entfernt, und am Fuss des Rutschhanges wurde entlang der Strasse ein Pneudamm erstellt, der die Strasse gegen Steinschlag und Lawinen schützen soll

Diese Sofortmassnahmen ermöglichten es, die Strasse im Spätherbst für den Verkehr wieder  frei zu geben. Parallel dazu aber wurde der Hang überwacht und ein Konzept in Angriff genommen, wie der Rutschhang langfristig gesichert werden könnte. Weil umfassende Analysen, Expertisen und ein Baukredit des Einwohnerrates nötig waren, konnten die eigentlichen Bauarbeiten erst im Oktober 2016 in Angriff genommen werden.

Realisiert wurde eine umfassende Sanierung:

  • Der Pneudamm wurde mit 3 Betonriegeln verstärkt und mit neun Meter langen Ankern im Boden befestigt. Dazu wurde die Entwässerung des Damms verbessert.
  • Im Hang selber wurden verschiedene Lawinenschutzverbauungen (Netze, Zäune) angebracht, damit Schneemassen auf der glatten Felsoberfläche  nicht ins Rutschen kommen können.
  • Zur Aufforstung der Vegetation, die dem Hang insbesondere zuoberst sowie an den Flanken wieder Stabilität vermitteln soll, wurden unter anderem dreibeinige Schutzbauten (Ogiböcke) aus Holz erstellt.
  • Im oberen Teil (Moränenhang) selber wurde eine umfassende Hangentwässerung eingebaut.
  • Im obersten Teil des Rutschhanges musste ein Forstweg verlegt und gesichert werden.
  • Um bei kommenden Gewittern eine zu intensive Durchwässerung des Hanges zu vermeiden, wurde oberhalb des Rutschhanges eine grossflächige Hangentwässerung gebaut. Im Gespräch mit Landbesitzern und Landwirten sowie unter Zuhilfenahme alter Planunterlagen konnten Fakten  ermittelt werden, die es ermöglichten, eine Art «Drainage» zu erstellen. Das System sammelt das Oberflächenwasser und führt es in einem Kanal entlang der Hergiswaldstrasse vom Rutschhang weg zu einem benachbarten Bach.

An der Entwicklung des Gesamtprojektes beteiligten sich verschiedene Spezialisten. Nötig waren zudem rund 100 Helikopterflüge. Im Juni 2017 konnten diese Bauarbeiten abgeschlossen werden. An den Gesamtkosten von 2.9 Mio. Franken beteiligten sich Bund (43%) und Kanton (29%). Die restlichen Kosten trägt die Gemeinde Kriens. Die Verbindungsstrasse zwischen Kriens und Hergiswald / Schwarzenberg kann damit wieder normal und sicher befahren werden.

Weil es sich um Naturgefahren handelt, bleibt der Hang punktuell überwacht. Verschiedene Messstellen  im angrenzenden Gelände liefern Messdaten, die mithelfen sollen, weitere Instabilität im Hang möglichst frühzeitig zu erkennen.

Übersichtsplan [pdf, 3.10 MB]
Informationsplakat zu den realisierten Massnahmen [pdf, 1.32 MB] (© Keller/Lorenz)