Wespen sind Nützlinge

Wespen: Nützlinge oder Plagegeister?

Viele Menschen empfinden Wespen als lästig. Doch von den über 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden nur die Gemeine und die Deutsche Wespe von Süssgetränken oder Fleisch angezogen. Die anderen Wespen meiden unsere Nähe und können höchstens im unmittelbaren Nestbereich angriffslustig werden. Wespen sind sehr nützlich und effiziente Insektenjäger: Sie wirken bei der Blütenbestäubung mit und sind natürliche Schädlingsbekämpfer. Ein einziges Wespenvolk kann pro Tag bis zu 5'000 Fliegen oder andere Insekten vertilgen.

Umsiedlung oder Bekämpfung?

Oft reichen einfache Schutzmassnahmen, um zu verhindern, dass ein Nest zu Störungen führt. Grundsätzlich lässt sich das zeitlich begrenzte “Zusammenleben” meist arrangieren.

Gründe für einen Verbleib

  • zeitlich begrenzt
  • keinen Schaden für die Natur (Bekämpfungen können je nach Wirkstoff zu erheblichem Schaden beitragen)

Gründe für eine Umsiedlung

  • Nest befindet sich an einem Standort, wo sich Mensch und Tier öfters in die Quere kommen, z.B. im Bereich des Eingangs zu Haus/Wohnung, Storenkasten über Balkontüre
  • Im Umfeld des Nestes hat es Menschen, die allergisch (nachweislich) auf Wespen- oder Hornissenstiche reagieren
  • Im Umfeld von Kleinkindern (je nach Wespenart)

In diesem Fall wenden Sie sich an die Fachstelle für Wespenumsiedlungen: www.faltenwespe.ch, 078 708 38 50 oder info@aculeata.ch
Ist eine Umsiedlung nicht möglich – beispielsweise wenn das Nest nicht zugänglich ist – beauftragen Sie eine Schädlingsbekämpfungsfirma, legen Sie nicht selbst Hand an! Der Einsatz von Insektiziden ist kostspielig und nicht ungefährlich. Die Giftstoffe haben oft eine lang andauernde Wirkung und sind nicht nur für Insekten toxisch, sondern auch für Haustiere, Fledermäuse und Singvögel. Auch für den Menschen sind gesundheitliche Schäden nicht auszuschliessen

Tipps zum Umgang mit Wespen

  • Keine hektischen Bewegungen wenn Wespen in der Nähe sind
  • Decken Sie Obst, Kuchen, Säfte und Fleischwaren ab, wenn sie stehen bleiben.
  • Vergewissern Sie sich vor dem Trinken aus Flaschen, Gläsern und Getränkedosen, dass sich kein Insekt hinein verirrt hat.
  • Verwenden Sie häufiger einen Strohhalm zum Trinken.
  • Achten Sie bei frischem Obst, ob sich nicht eine Wespe auch daran gütlich tut. Bei unbedachten Verzehr könnte es zu einem Stich in Mund oder Rachen kommen.
  • Sollte es zu einem Stich gekommen sein, ggf. sofort Arzt oder nächstes Krankenhaus aufsuchen.
  • Bei Stichen in den Mund kann als Soforthilfe ein Eiswürfel (notfalls auch anderes Gefriergut) verwendet werden.
  • Mit einem Honig-Früchte-Gemisch kann man die beiden lästigen Wespenarten erfolgreich von Kaffeetischen fernhalten.
  • Als Vertreibungsmassnahme gegen aufdringliche Wespen erweisen sich Wasserzerstäuber, Räucherstäbchen oder -kerzen als einigermassen wirksam.
  • Die Flugbahn zum Einflugloch des Nestes nicht verstellen und nicht in mögliche Einfluglöcher stochern.
  • Keinesfalls selbst Insektenbekämpfungsmittel einsetzen. Unsachgemässe chemische Bekämpfung kann gefährliche Abwehrreaktionen der Wespen auslösen und zu Umweltbelastungen führen.

Weitere Informationen: http://umweltberatung-luzern.ch/themen/tiere-schaedlinge/wespen-und-hornissen


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