News

Kriens regelt Umgang mit Freiflächen auf Schulanlagen

Wieviel Pausenplatz braucht eine Schulanlage? Der Gemeinderat hat hier Präzisierungen zu den geltenden Verordnungen erlassen.

Schulanlagen sollen genügend Schulraum, aber auch ausreichend Freiflächen für die Schulkinder aufweisen. Der Gemeinderat Kriens hat den Umgang mit Freiflächen auf Schulanlagen in einer Änderung der Bau- und Zonenverordnung präzisiert. Aufgrund einer Analyse legt er qualitative und quantitative Werte fest.

Bewegung und der dafür nötige Freiraum sind für ein kindergerechtes Umfeld auf Schulanlagen zentral. In Kriens wurden die Quartierschulhäuser nach diesen Vorgaben geplant und gebaut. Mit dem Wachstum in den letzten Jahren und dem damit gestiegenen Schulraumbedarf wurden verschiedene Schulanlagen erweitert. Diese Erweiterungs-Projekte wurden immer bewilligt, weil guter Schulraum eine gesamtgesellschaftlich wichtige und zukunftsgerichtete Aufgabe einer Gemeinde ist. Für Diskussionen sorgte da und dort der Anteil an Freiraum. Denn dieser wird mit jedem Erweiterungsbau zwangsläufig kleiner. Der Einwohnerrat hat deshalb bei der letzten Ortsplanungsrevision den Zusatz verankert, dass bei Aufhebung von öffentlichen Spiel- und Freizeitanlagen für gleichwertigen Ersatz zu sorgen sei.

Jetzt hat die Gemeinde Kriens diesen Zusatz präzisiert und in einer Änderung der Bau- und Zonenverordnung festgeschrieben. Ziel der Änderung war es, messbare Grössen festzulegen, wann bei einer Erweiterung einer Schulanlage die dann wegfallende Fläche zwingend kompensiert werden muss. Weil dafür keine schweizweit anerkannten Normwerte vorhanden sind, hat die Gemeinde Kriens eine Analyse aller heutigen Schulanlagen auf dem Gemeindegebiet vorgenommen. In enger Zusammenarbeit zwischen Bau- und Umweltdepartement, Finanzdepartement (Jugend, Sport, Freizeit) sowie Bildungs- und Kulturdepartement wurden sämtliche Flächen um die Schulhäuser herum erfasst.

In Verbindung mit der Anzahl Klassen der Schulanlage lässt sich ein Richtwert ermitteln, wie gross der Freiraum pro Schulanlage aktuell ist. Als Referenzanlage wurde die Schulanlage Amlehn genommen. Deren Aussenräume erfüllen nach dem Bau des Schülerhortes und der Umgestaltung der Freiflächen aus Sicht der Fachleute aus Bau und Bildung die Anforderungen an Pausenflächen mustergültig. Der im Amlehn erreichte Wert von 300 – 330 m2 Freifläche pro Klasse gilt nun bei zukünftigen Bauprojekten auf Schulanlagen als Richtwert. Fazit heute Alle Krienser Schulanlagen verfügen über genügend Pausenplatzflächen.

Die Freiflächen wurden darüber hinaus nach qualitativen Kriterien beurteilt und eingeteilt. So wurden insbesondere wertvolle Flächen definiert, für die bei einem allfälligen Bauprojekt zwingend Kompensation geschaffen werden müsste. Dazu gehören Spielplätze, überdachte Spielfelder und Rasenspielfelder, aber auch parkähnliche Anlagen oder sonstige, ökologisch wertvolle Flächen. Andere Flächen (zum Beispiel Plätze, Fusswege, ungenutzte Grünflächen) wurden als weniger wertvoll eingestuft, die bei einem Bauprojekt auch nicht kompensiert werden müssten. Neu müssen beispielsweise nicht alle Grünflächen kompensiert werden, wenn eine Schulanlage auch mit der Erweiterung über genügend Grünfläche verfügt.

Mit der Änderung der Bau- und Zonenverordnung möchte der Gemeinderat eine klare Faktenlage schaffen, um zukünftige Diskussionen im Rahmen der Schulraumplanung sachlich führen zu können. Die Änderung liegt im Kompetenzbereich des Gemeinderates und wurde in Kraft gesetzt. Wird in Zukunft eine Schulanlage erweitert, legt die verbindliche Änderung fest, wann zusätzlich überbaute Freiflächen kompensiert werden müssen.

Die Freiflächen-Analyse der Krienser Schulanlagen [pdf, 3.28 MB]

Die präzisierte Bau- und Zonenverordnung BZR [pdf, 11.07 MB] (Anhang J)