News

Tagesstrukturen: Lernen und Betreuung werden zur Einheit

Lernen und Betreuung innerhalb der Tagesstrukturen sollen in Kriens zur Einheit werden.

Ab kommendem Sommer werden die fünf Schülerhorte in Kriens zu einem Teil des Angebotes der Volksschule Kriens. Betreuung und Schule rücken damit in Kriens enger zusammen und schaffen für die Betreuung der Kinder wie auch für die Entwicklung des Schulangebotes neue Möglichkeiten und Chancen. An seiner nächsten Sitzung am 8. März 2018 wird der Einwohnerrat das Geschäft behandeln und die Integration des neuen Angebotes in den Kontenplan des laufenden Budgetjahres besprechen. 

Eine umfassende Betreuung der Kinder gehört zum Grundauftrag von Gemeinden. Dazu gehören auch schul- und familienergänzende Tagesstrukturen, in denen Kinder ausserhalb der Schulzeiten betreut werden. Die Bedeutung dieses Angebotes hat sich in den vergangenen Jahren parallel zum traditionellen Familienbild rasch verändert und wird inzwischen vom Gesetzgeber klar geregelt. Heute nimmt gesamtschweizerisch jedes fünfte Kind Betreuungsangebote ausserhalb der ordentlichen Schulzeiten in Anspruch.

In Kriens sind die entsprechenden Strukturen in den vergangenen Jahren historisch gewachsen. Der Gemeinnützige Frauenverein (GFV) hat hier das entsprechende Angebot aufgebaut und im Auftrag der Gemeinde mit einem Leistungsauftrag erfüllt. Auch wenn der Verein dies zur vollen Zufriedenheit erledigt hat, wollte die Gemeinde die Organisationsform aufgrund der veränderten Anforderungen auf seine Richtigkeit hin überprüfen. Sie tat dies unter Leitung der Hochschule Luzern – mit Einbezug des bisherigen Anbieters und der weiteren Vereine, welche Aufgaben im Bereich der schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen wahrnehmen (Tagesfamilien Kriens, Mittagstische und Doposcuola). 

Schon in der Endphase dieser Überprüfung gab der GFV bekannt, dass er die Zusammenarbeit nicht fortsetzen wolle. Der ehrenamtlich geführte Verein argumentierte, dass er jede Verlängerung des Leistungsauftrages nur als Übergangslösung verstehe, bis die Gemeinde die Betreuungsangebote definitiv selber übernehme. 

Weil die Gemeinde Kriens ihre Aufgabe trotzdem korrekt erfüllen will, werden die fünf Horte nun ab Sommer 2018 als Angebot der Volksschule weitergeführt. Die Gemeinde hat die dafür nötigen Planungs- und Organisationsaufgaben übernommen, damit das Betreuungsangebot für die Kinder nahtlos aufrechterhalten werden kann. 

Jetzt liegt der Bericht und Antrag an den Einwohnerrat auf dem Tisch. Er zeigt, dass die bisher vom GFV betreuten Horte unter neuer Führung allesamt weitergeführt werden. Der geplante Ausbau mit der Eröffnung des Hortes Brunnmatt ab Augst 2018 wird ebenfalls umgesetzt. Die Gemeinde Kriens plant, die bisherigen Mitarbeitenden der Horte zu übernehmen und für den zusätzlichen Standort zu ergänzen. Erste Gespräche mit Mitarbeitenden wurden geführt, eine weitere Information für alle Mitarbeitenden fand anfangs Februar statt. Die Mitarbeitenden sollen nach kantonalem Recht analog zu den Lehrpersonen angestellt werden und in die Strukturen der Volksschule integriert werden. Die Hortleitenden werden neu der jeweiligen Schulleitung unterstellt.

Diese strukturelle und organisatorische Veränderung hat einen inhaltlichen Hintergrund: die Analyse der Hochschule Luzern zeigt auf, dass in einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Betreuung und Schule ein grosses Potential liegt. Potenzial für die Schule genauso wie auch für die Horte – und damit letztlich für die Betreuungsqualität. So könnten personelle und infrastrukturelle Ressourcen besser genutzt werden, wenn die Zusammenarbeit enger wird. Im Sinne einer ganzheitlichen Bildung soll die Abgrenzung zwischen Schule und Hortbetrieb zusehends durchlässig werden. Administrative Abläufe für die Eltern werden vereinfacht, weil zukünftig die Anmeldung für die Schule und für Betreuungsangebote einheitlich über das Rektorat laufen. Die Schule übernimmt die Einteilungen und steht den Eltern für Fragen zur Verfügung.

Der Krienser Einwohnerrat wird jetzt im Rahmen des Geschäftes insbesondere über eine Ergänzung des bereits verabschiedeten Budgets 2018 zu befinden haben, soll doch der entsprechende Kontenplan angepasst werden.  Beantwortet werden mit dem B+A auch die politischen Vorstösse von Räto Camenisch (SVP) und Erwin Schwarz (FPD). Beide waren mit verschiedenen Fragen eingereicht worden, nachdem der GFV die Leistungsvereinbarung nicht erneuern wollte und die Gemeinde damit die Übernahme des Angebotes angekündigt hatte.